Sonntag, 23. Dezember 2012

Heute: 100 gr Alpro Soja Joghurt, 1 EL Müsli, 1 Mandarine (150)
             2 EL Karottengemüse, 1 Kartoffel, 50gr Lachs mit Frischkäse, Obstsalat (300)
             4 Plätzchen, 100ml Vollmilch (250)
             hoffentlich nichts mehr. = 700

Ihr wisst ja, dass ich zur Zeit traurig bin. Ich weiß nicht, wie ich das ändern soll. Ich habe das Gefühl, das muss so sein. Das ist in Ordnung, denn dazu gebrauche ich meine Ferien seit 2 Jahren überwiegend: Zum Nachdenken, Zeit zum Traurigsein haben und schlafen. Und viiiel lesen, möglichst wenig essen.
Was heute schonwieder nicht gut funktioniert hat! Das ägert mich. Denn ich tue wirklich nichts als auf der faulen Haut zu liegen und ich möchte auch nichts anderes tun. Naja, ich versuche mich von Tag zu Tag zu bessern. Vor mir liegen noch 3 Wochen Zeit zum Abnehmen, 3 Wochen voll Hoffnung.
Trotzdem habe ich Angst, in der Klinik einen völligen Kollaps zu bekommen. Ich bin einfach unfähig, länger als ein Wochenende nichts für die Schule zu machen, und was mir heute aufgefallen ist: Ich lenke mich am Wochenende seit gut 2 Jahren mindestens einmal mit Drogen ab. Das darf ich ja jetzt auch nichtmehr. Wie schrecklich langweilig ich bin. Was für ein langweiliges Leben.
Vor einem Jahr war ich gut 4 Kilo leichter. Schreckliche Bilanz, denn für mich sind 4 Kilo sehr viel, ich nehme ja unglaublich schwierig ab (dank diesem unglaublich verantwortungsvollem Unterbwsusstsein, was ich nach der Magersucht bekommen habe). Aber genug dazu.
Was wesentlich zu meiner Traurigkeit beiträgt ist wohl die Tatsache, dass es ungefähr unmöglich ist, M. nochmal nahe zu sein. Auch wenn das manche von euch vielleicht nicht gerne lesen, weil es vielleicht ein Tabuthema ist (dann bitte auch die Buchvorstellung gleich überspringen): Der Sex mit ihm, bzw. die 3 Male, waren unglaublich schön. Aber naürlich ist es nicht nur das. Seit dem ersten Tag hab ich eine spürbar intensive Nähe gespürt. Wir haben uns sofort blendend verstanden. Das Problem war: Ich hatte einen Freund und war trotzdem viel zu neugierig. Ich hab die Sache zu schnell vorangetrieben und damit, glaube ich, alles kaputtgemacht. Ich habe keinen Plan, wie ich auf ihn zukommen sollte. Ich habe ihm klargemacht, dass wenn ihm das wichtig ist, unsere Freundschaft, es liege in seiner Hand, denn er hat sich ja für Ö. entschieden. Vergeblich. Wir beide wissen um das Band (so fühlt es sich für mich an) zwischen uns, aber ich glaube keiner vermag damit umzugehen. Mir kommt es so vor. Aber vielleicht war ich für ihn auch nur ein liebes Mädchen mit zusätzlichem 3-night-stand. Wer weiß das schon.
Es tut mir leid falls man das absolut nicht nachvollziehen kann. Aber das musste raus..

Nun zum Buch, wie gesagt, es geht um Sex. Und weil ich sehr faul bin, hier nur Cover und Klappentext ;) Aber es ist unglaublich gut! Zwar kann man sich als jemand, der nicht mit 6 Jahren vergewaltigt wurde, nur schwer mit Lilly identifitieren, doch auch die Körperentfremdung ist ergreifend beschrieben und da ich irgendwie alle Bücher auf mich beziehe, gelingt mir auch das.

"Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu vergewaltigen. Er droht ihr mit dem Schlimmsten, falls sie etwas ihren Eltern erzählen sollte. Und so schweigt das kleine Mädchen. Schließlich zieht der Mann weg doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr schon lange nicht mehr gehört, in einem Edel- Bordell zu verkaufen. Und ausgerechnet hier beginnt sie, ihre ungeheuerliche Geschichte aufzuschreiben und verfasst ein beeindruckendes, provozierendes Buch von großer Sprachgewalt."

Es ist wahrscheinlich nicht die Intention der Autorin, das hervorzurufen, und dafür muss ich mich wohl entschuldigen, sie kann nichts dazu. Aber dieses Buch zeigt mir sehr stark, wie wichtig es ist, wieder 46 Kilo zu wiegen. Nachdem ich ein Paar Seiten verschlungen hab, lege ich mich meistens in ein stilles, kaltes Zimmer, decke mich zu, schließe die Augen und träume mir Geschichten zusammen, in denen ich dünn bin und die Aufmerksamkeit von M. bekomme (auch gerade weil ich dünn bin), die ich mir so sehnlichst wünsche.

Genug Geschnulze, ich hoffe ihr seid schon mehr in Weihnachtsstimmung, als ich es bin. Zum Glück gibts morgen nur Raclette, für mich, wie jedes Jahr, ohne Käse.
Bisous, Juliette :*

Kommentare:

  1. Das Buch wollte ich zufällig auch schon lange mal lesen, bin aber noch nie dazu gekommen, es mir zu bestellen.. werds aber jetzt auf jeden Fall tun, hab im Moment irgendwie keinen Griff für gute Bücher, wie das manchmal eben so ist. :o
    Eh nur den Griff zur Schokolade.

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  2. Ich mag deinen Blog total gerne :)
    Ich bin mir sicher dass du das schaffst & ich finde dich sehr nett.
    Alles gute Emma <3

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  3. das mit dem lesen gefällt mir auch unheimlich, das kann nur gut sein. so wie auch das buchdesign des alten blogs.
    in sachen liebe bin ich kei guter ratgeber, sodann lass ich es so stehn..
    ja, und wenn man 49 schafft, schafft man auch 49 oder 50 :p

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  4. Hallo meine Liebe!
    Ich habe deinen Blog gerade eher zufällig entdeckt und habe ein paar Posts schon gelesen, den Rest werde ich später verschlingen, doch jetzt muss ich dir erstmal ein Kommentar schreiben.
    Dein Schreibstil fasziniert mich. Selbst wenn du von nichts Traurigem berichtest hat er so eine melancholische Leichtigkeit, die mich schwermütig werden lässt.
    So ein weicher Stil, so leicht.
    Gefällt mir sehr gut und genau deswegen hast du jetzt eine neue Leserin gewonnen.
    Wundervoll mach weiter so.

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  5. Habe deinen Blog gerade gefunden und find dich sehr sympatisch!
    Du hast einen tolle Art Warheiten in Worte zu fassen.
    Außerdem neige ich auch dazu von Erinnerungen zu leben...
    Ich bin mir sicher du wirst es schaffen, was du dir vorgenommen hast. Viel Glück!
    <3
    http://listeningtothesilence.blogspot.co.at/

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  6. Ich hoffe das eure Freundschaft oder wie Band, Beziehung, wie auch immer wieder ins Lot kommt.
    Das Buch hört sich zwar echt krass, aber dennoch sehr interessant an, ich liebe diese wirklich lebensnahen Dinge, diese realen. Keine bauschige, flauschige Traumwelt in der wir niemals leben werden.

    Und schön, dass ich nicht die Einzige bin, die denkt, dass Menschen sich nur bei ernsten Problemen um einen kümmern.

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